Geodätische Beweissicherung bei bergbaubedingten Bodenbewegungen

In bergbaulichen Einwirkungsgebieten können Bodenbewegungen auftreten, die zu Senkungen und Schiefstellungen von Bauwerken führen. Diese Prozesse verlaufen häufig langsam und bleiben zunächst unbemerkt. Sichtbare Schäden wie Rissbildungen sind oftmals das erste Anzeichen für eine Veränderung der Gebäudelagerung.

Eine fachgerechte geodätische Beweissicherung dokumentiert den baulichen Zustand und ermöglicht den eindeutigen Nachweis möglicher Höhenveränderungen.

Objektive Sicherheit durch messbare Fakten

In bergbaulichen Einwirkungsgebieten reicht eine rein visuelle Begutachtung häufig nicht aus. Erst präzise geodätische Messungen schaffen Klarheit über tatsächliche Bewegungen und deren Ausmaß.

Die Beweissicherung durch dokumentierte Höhenmessungen bietet Eigentümern, Sachverständigen und Beteiligten eine verlässliche Entscheidungsgrundlage – technisch fundiert, nachvollziehbar und belastbar.

Ziel der Beweissicherung

Durch präzise geometrische Nivellements wird die aktuelle Höhenlage eines Gebäudes exakt erfasst und dokumentiert. Diese sogenannte Nullmessung bildet den Referenzzustand.

Auf dieser Grundlage können später eindeutig festgestellt werden:

  • vertikale Verschiebungen

  • einseitige Senkungen

  • Differenzsetzungen

Die Messergebnisse liefern eine objektive und technisch belastbare Grundlage für:

  • die Beurteilung von möglichen Bergschäden

  • die Klärung von möglichen Haftungsfragen

  • die Kommunikation mit Bergbauunternehmen

Vorgehensweise

Einbringung von Höhenbolzen

An ausgewählten Punkten des Gebäudes werden dauerhaft stabile Höhenbolzen eingebracht. Diese dienen als feste Bezugspunkte für wiederkehrende Präzisionsmessungen.

Die Anordnung erfolgt so, dass auch kleinste einseitige Bewegungen oder Differenzsetzungen eindeutig erfasst werden können.

Durchführung eines Null-Nivellements

Im Anschluss wird ein hochgenaues Präzisionsnivellement durchgeführt. Die gemessenen Höhen werden dokumentiert und bilden den Ausgangszustand des Gebäudes.

Dieses Null-Nivellement ist die entscheidende Grundlage für alle späteren Vergleichsmessungen. Zunächst ermöglicht es die präzise Erfassung relativer Höhenänderungen innerhalb des Bauwerks. Dadurch können Differenzsetzungen, einseitige Senkungen oder vertikale Verschiebungen einzelner Gebäudeteile eindeutig festgestellt werden.

Sofern gewünscht, können die lokalen Höhenbolzen zusätzlich an überörtliche amtliche Höhenfestpunkte der Landesvermessung angeschlossen werden. Durch diesen Anschluss an das übergeordnete Höhennetz wird eine Bewertung möglicher Höhenveränderungen auch im überregionalen bzw. amtlichen Bezugssystem ermöglicht. Damit lassen sich nicht nur relative Bewegungen innerhalb des Gebäudes, sondern auch absolute Höhenänderungen im größeren räumlichen Zusammenhang nachweisen.

Kontroll- und Wiederholungsmessungen

Durch erneute Nivellements in definierten Zeitabständen lassen sich selbst geringfügige Höhenveränderungen im Millimeterbereich zuverlässig nachweisen.

So kann eindeutig festgestellt werden:

  • ob eine Bewegung stattgefunden hat

  • in welchem Zeitraum sie erfolgt ist

  • ob ggf. ein Zusammenhang mit Rissbildungen besteht

Beratung und objektspezifische Messkonzepte

Ob vorsorgliche Nullmessung oder ergänzende Kontrollmessungen – für jedes Objekt wird ein individuell abgestimmtes Messkonzept unter Berücksichtigung der gebäudespezifischen Rahmenbedingungen entwickelt.

Eine frühzeitige und präzise Beweissicherung schafft eine belastbare Entscheidungsgrundlage.

Gerne erfolgt eine unverbindliche fachliche Abstimmung zu Ihrem Vorhaben. Nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf.