Eigenständige Vermessungen an langgestreckten Anlagen mit mehr als 100m wie zum Beispiel Straßen, Wegen, Gewässern, Deichen, Bahnkörpern, Versorgungseinrichtungen und der gleichen (Hauptanlagen), an denen Grenzen

a) anlässlich ihrer Vorbereitung, Errichtung oder Veränderung,

b) zur Feststellung,

c) zur Abmarkung oder amtlichen Bestätigung

festgestellt werden, bedürfen der hoheitlichen Vermessung. Dazu zählen im übrigen auch die Vermessung kreuzender oder abgehender Achsen, welche unabhängig von ihrer Länge als eigenständige Anlage unter Berücksichtigung der entsprechenden Art der Anlage eingeschlossen. (Quelle: Vermessungs- und Wertermittlungsgebührenordnung Nordrhein-Westfalen (VermWertGebO NRW) 4.1.6).

 

 

 

Ein klassisches Beispiel für die Vermessung einer langgestreckten Anlage stellt die Straßenschlussvermessung dar. In dieser werden nach Fertigstellung der verkehrlichen Anlage, die neuen Grenzen festgestellt bzw. alte durch die Baumaßnahme verlorengegangene Abmarkungen erneuert.

Die Honorierung der Vermessung einer langgestreckten Anlage findet in Tarifstelle 4.1.6 der VermWertGebO NRW ihre Benennung. Diese sieht im Allgemeinen eine Gebührenermittlung nach folgenden Gesichtspunkten vor:

  1. aus der Grundgebühr (Tarifstelle 4.1.6.1)
  2. mit anschließender Anwendung des für den Schwierigkeitsgrad der Anlage zutreffenden Prozentwertes (Tarifstelle 4.1.6.2)
  3. zuzüglich der Gebühr für jedes neu entstehende Flurstück (Tarifstelle 4.1.6.3)