Nach §16 des Vermessungs- und Katastergesetz Nordrhein-Westfalen (VermKatG NRW) muss jedes auf einem Grundstück errichtete oder in seinem Grundriss veränderte Gebäude durch die Katasterbehörde bzw. durch einen Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur eingemessen werden. Die Kosten für diese Einmessung sind durch die jeweilige Eigentümerin/der jeweilige Eigentümer oder Erbbauberechtigte zu tragen. Die Einmessungspflicht stellt eine stets aktuelle Liegenschaftskarte sicher, die einen zentralen Bestandteil der Eigentumssicherung darstellt.

Dementsprechend muss die Eigentümerin bzw. der Eigentümer oder Erbbauberechtigte innerhalb von drei Monaten nach bescheinigter Fertigstellung des Gebäudes oder der Grundrissveränderung eine Gebäudeeinmessung über einen ÖbVI in Auftrag geben.

 

Gebührenerhebung

 

Die Normalherstellungskosten der Gebäude, gemäß des Erlasses des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen vom 01.12.2001 mit den Normalherstellungskosten 2000 (NHK 2000, mittlerer Ausstattung, Baujahrsklasse 2000 nach dem Preisstand 2000) ohne Zuschläge und ohne Berücksichtigung von Anpassungsfaktoren, liegen der Gebührenerhebung alleinig zu Grunde. Liegen keine NHK 2000-Werte für bestimmte Gebäude vor, werden diese plausibel geschätzt. Allgemein gilt, dass wenn auf einem Grundstück gleichzeitig die Einmessung von mehreren Gebäuden stattfindet, so werden die Herstellungskosten aller Gebäude in Summe und die Kosten in Gänze ermittelt. Die Staffelung der Gebühren nach Tarifstelle 4.2 der Vermessungs- und Wertermittlungsgebührenordnung Nordrhein-Westfalen (VermWertGebO NRW) zeigt sich wie folgt:

Normalherstellungskosten [€] Gebührenerhebung nach 4.2 [€]
bis 25.000 Euro 300,00 Euro
über 25.000 Euro bis einschließlich 75.000 Euro 480,00 Euro
über 75.000 Euro bis einschließlich 300.000 Euro 830,00 Euro
über 300.000 Euro bis einschließlich 600.000 Euro 1.350,00 Euro
über 600.000 Euro bis einschließlich 1 Mio. Euro 2.100,00 Euro
über 1 Mio Euro bis einschließlich 15 Mio. Euro zusätzlich zur Gebühr nach Buchstabe e, je angefangene 500.000 Euro 300,00 Euro
über 15 Mio. Euro, zusätzlich zur Gebühr nach Buchstabe f, je angefangene 5 Mio. Euro 300,00 Euro

Ermäßigung

 

Die Gebühr für jede Gebäudeeinmessung ermäßigt sich um 20%, wenn Gebäude auf aneinandergrenzenden Grundstücken gemeinsam eingemessen werden. Findet die Gebäudeeinmessung in einem direkten räumlichen und temporären Zusammenhang mit anderen Vermessungsarbeiten statt, lässt sich die jeweilig niedrigere Honorierung um 10% ermäßigen.